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Kai begann mit seinem neusten Solo „Synästhesie“ eine intensive Selbsterforschung über Musik und Tanz. Er hinterfragte seine persönliche Musik- und Tanzgeschichte in der zeitgenössischen und urbanen Welt und zeigte enorme emotionale Kraft, wenn er seine Verwirrung, Beharrlichkeit und Besessenheit zum Ausdruck brachte. Am Ende arbeitete er und ging hindurch und ließ sie alle gehen. Von ihm ist ein neues Verhältnis zu Tanz und Musik zu erwarten.

„Sich auf eine einfache Sache zu konzentrieren, kann die transformativste Sache sein. Obwohl es schmal ist, kann es unendlich tief sein.' Die Serie „WHIRLING LADDER“ ist eine experimentelle, radikale Herangehensweise an das Tanzen. Nach ihrer „Montage“-Erfahrung in dem mit dem Kurt Jooss-Preis ausgezeichneten Stück „Being Far Away From“ tritt Chun in eine neue Phase ein, in der sie sich die ganze Zeit auf ein szenisches Bild konzentriert und den Ausdruck des Gesichts absichtlich schwächt. Ihre Fragen lauten: Ist Theatererfahrung nur wegen ihrer Bewegung in dem definierten Raum und der definierten Zeit „Bühne“ interessant? Wie kann ich die Beobachtung sonst lenken, um einige unerforschte Dimensionen auszudrücken? Inspiriert von ihrer Mediationspraxis, konzentriert sie sich auf die „Singularität“, wo sich Energie verdichtet, „Zeit“ noch nicht abgehoben und Raum geformt hat.

In „Ein Abend der kurzen Stücke“ hat das Orakelbuch „I Ging“ die Choreographie inspiriert. Der Abend verschmolz die östliche Philosophie und den westlichen körperlichen Ausdruck und schuf eine besondere Welt, die dem Herzen sehr nahe kam.

Die beiden von Chun und Kai mit derselben Gruppe von Tänzern im Folkwang Tanzstudio choreografierten Abschlussstücke wurden für den Kurt Jooss Preis 2019 nominiert. Sie zeigen immenses Potenzial und Kraft, auch interessante Unterschiede in der Herangehensweise und dem Ausdruck der beiden Künstler. In „being far away from“ experimentierte Chun mit der Technik der „Montage“, bei der die Tänzer auf die Bühne und wieder hinaus rennen, Szenen auftauchen und wieder verschwinden. Mit 29 Licht Ques in 30 Minuten fängt sie die flüchtige Natur menschlicher Empfindungen und Erinnerungen ein und wie diese in denselben oder unterschiedlichen Bewusstseinsbereichen aufeinandertreffen. Kai Strathmann schafft mit Zeitlupe ein wunderschönes meditatives Erlebnis, bei dem die kleinste Stimmungsänderung beobachtet und gewürdigt werden kann.